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Risikowahrnehmung

Anlässlich des “potentiellen Bombenkoffers”, der in Mainz auf dem Münsterplatz für eine großräumige Sperrung gesorgt hat (ich hatte hier kurz darauf verwiesen), hatte ich mich gefragt, ob vor 10 Jahren eine Aktion gleichen Ausmaßes gestartet worden wäre. Wahrscheinlich nicht … je nachdem, ob damals schon dieses Mittel genauso häufig eingesetzt wurde wie jetzt.

Aktuell in der Zeit findet sich ein spannender Artikel dazu, wodurch die Risikowahrnehmung beeinflusst wird – v.a. dreht sich auch der Beitrag um den Anteil, den die Medien daran haben. Auf jeden Fall lesenswert: “Die Konjunktur der Ängste

Wunderbar fand ich die Schlusssätze, die ich an der Stelle zitieren möchte:

Echt gefährlich

Er selbst, sagt Sandman, komme ganz gut damit zurecht, dass es keine hundertprozentigen Sicherheiten gebe. Diese professionelle Gelassenheit hat auch mit seiner Erfahrung zu tun, dass manche Risiken, die im einen Land für hysterische Debatten sorgen, wenige Flugstunden entfernt schon nicht mehr existent zu sein scheinen. Vermutlich kommt seine Ruhe aber auch daher, dass er weiß, wann eine Situation wirklich gefährlich wird.

»Wenn die Gefahr gering und die Empörung groß ist, dann haben Journalisten Spaß«, meint Sandman. Aber wehe, eine Gefahr werde real, etwa bei einer Naturkatastrophe oder einem Atomunfall. »Dann wird die Berichterstattung sachlich und beschwichtigend; denn nun haben die Journalisten selbst Angst und versuchen sich und ihre Leser zu beruhigen.« Wenn also in den Medien plötzlich ein staatstragender Ton dominiert, wenn offizielle Verlautbarungen zitiert werden und Alarmisten nicht mehr gefragt sind, dann, so weiß Sandman, »haben wir es mit einer echten Krise zu tun«.


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