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Tiefenverarbeitendere Variante der MC-Klausur

Heute bin ich mal wieder auf einen spannenden Artikel gestoßen.

Und zwar beschäftige ich mich mit den Vor- und Nachteilen zu MC-Klausuren. Vorteile sind ganz klar die Objektivität der Durchführung und Auswertung – auch wenn man eine große Menge von Studierenden prüfen muss. Nachteil an der Geschichte: es wird doch tendenziell eher nur Faktenwissen abgefragt, wobei hier Studierende mit oberflächlichen Lernstrategien wie Wiederholung gut abschneiden.

Eine etwas andere Form der MC-Klausur, die den Anspruch erhebt, schlussfolgerndes Denken zu erfassen (wozu auch schon erste Belege geliefert werden konnten) ist die sog. Behauptung-Begründungs-Frage. Für ein Item werden sowohl eine Behauptung als auch eine Begründung aufgestellt. Diese müssen für sich genommen von Studierenden jeweils auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden. Das sieht dann so aus:

Behauptung Begründung
Der Mond erscheint kleiner als die Sonne weil Der Mond kreist um die Erde

D.h. ich habe hier die Antwortmöglichkeiten:

  1. richtig, richtig
  2. richtig, falsch
  3. falsch, richtig
  4. falsch, falsch

Entscheidet sich der Student dafür, dass beide Angaben richtig sind (–> Version 1), muss er darüber hinaus noch beurteilen, ob die gegebene Begründung die richtige für die Behauptung ist – das Wörtchen “weil” kommt nun ins Rennen. Somit ergeben sich also abschließend 5 Antwortoptionen:

  1. richtig, richtig, Begründung ist korrekt
  2. richtig, richtig, Begründung ist nicht korrekt
  3. richtig, falsch
  4. falsch, richtig
  5. falsch, falsch

Ich jedenfalls finde es toll … Der Konstruktionsaufwand sollte vergleichbar hoch sein wie bei MC-Klausuren, die Auswertungsvorteile bleiben erhalten. Und man mag darauf hoffen, dass tatsächlich Reasoning erhoben und damit vom Lehrenden beurteilt werden kann.

Williams, J. B. (2006). Assertion-reason multiple-choice testing as a tool for deep learning: a qualitative analysis. Assessment and Ealuation in Higher Education, 31(3), 287–301.


2 Responses to “Tiefenverarbeitendere Variante der MC-Klausur”

  1. Arne Says:

    Kein Wunder, dass sich niemand mehr um die Inversion beim kausalen Nebensatz kümmert… (Passt nicht ganz zum Thema, ich weiß.)

  2. tokam Says:

    Wenn ich vorher gewusst hätte, wie die Lehrer die Klausuren bewerten, dann hätte ich eventl. weniger Latein gelernt 😀

    Sehr selbst 😉 :
    http://frogged.de/index.php?option=com_content&task=view&id=130&Itemid=2