Forensischer Psychiater: Hans-Ludwig Kröber
In der aktuellen Zeit (im Magazin) findet sich ein Artikel über den Kriminalpsychiater Kröber der Berliner Charité. Er ist ein Mann mit der Ansicht, dass der Wert des Täters immer noch schwerer wiegt als der Unwert seiner Taten. Der fast nur klassische psychiatrische Phänomene wie Schizophrenie, Psychosen, Debilität o.ä., die die Handlungsfreiheit des Menschen beeinträchtigen, als Grund für eine erhebliche verminderte Schuldfähigkeit gelten lässt. Und der Einstellung, dass der Mensch ab einem gewissen Alter selbstverantwortlich ist, also auch verantwortlich “für den vernünftigen Umgang mit destruktiven Erfahrungen, menschlichen Defiziten und persönlichen Beschädigungen [...] Und mit Schicksalsschlägen , für die er selber gar nichts kann.”
Schließlich wirft er in seinen Gutachten zu den Angeklagten aber auch immer soziale, ethische und politische Fragen auf: “Wie kann es sein, dass ein Kind mitten in der Großstadt über Jahre in einem verdunkelten Raum verhungert – und niemand nimmt davon Notiz? “Welche Vernachlässigungsprozesse führen dazu, dass ein hochbegabter Junge unter den Augen von Lehrern und Sozialarbeitern zum Sexualstraftäter wird?”
Ziemlich spannend, kann ich da nur sagen.
August 24th, 2007 at 12:15 pm
Zwar nicht aus der Realität aber dafür nicht minder spannend: Dei alte Krimiserie “Cracker”, die den sinnfreien deutschen Titel “Für alle Fälle Fitz” bekommen hat. Mit Robbie Coltrane (Hagrid) als Psychologe Eddie “Fitz” Fitzgerald. Das faszinierende war nicht die Frage nach dem Whodunnit, sondern wie Fitz das Warum langsam aber sicher aus dem Täter herausfragt. Und die Antwort waren immer…komplex. Zusammenfassung: Grosses Kino.