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Richtig Blitzen

Wir haben uns gestern mal wieder im Auto darüber unterhalten, dass eigentlich zu wenig geblitzt wird. In den seltensten Fällen fährt man (ich sage hier mal beabsichtigt “man”) nicht mit dem vorgeschriebenen Tempo durch die Baustelle, sondern meist etwas schneller. Es sei denn, man fährt hinter einem dicken Auto, das sich an die Geschwindigkeit hält und zwei Spuren blockiert ….

Gut, jedenfalls möchte die Polizei ja mit Blitzern gegen die Verkehrsverstöße vorgehen. Aber wie wir alle wissen, ist die Häufigkeit nicht besonders groß bzw. wenn irgendwo einer fest installiert ist, fährt man dann halt langsamer. Dazu ist mir doch gleich das Prinzip der Konditionierung eingefallen. Aus der Wikipedia kann ich nun folgenden Satz zum Thema operantes Konditionieren zitieren, den ich für sehr passend halte: “Während beim klassischen Konditionieren ein neuer Reiz kennen und verstehen gelernt wird, lernt das Versuchstier beim operanten Konditionieren eine bestimmte Verhaltensweise auszuführen, die auf dem natürlichen Repertoire basieren kann, diesem aber nicht 1:1 entsprechen muss.” (= sich an die Geschwindigkeit halten ;-) ).

Ein zentraler Aspekt der Konditionierung ist ja Belohnung bzw. Bestrafung von Verhalten. Einen Blitzer ordne ich jetzt mal als Bestrafung ein. Man hat herausgefunden, dass unterschiedliche Verstärkerrhythmen unterschiedliche Ergebnisse bzgl. Lernen und Vergessen erzielen (Verstärkungspläne):

Würde man jeden Tag an der gleichen Stelle blitzen (kontinuierliche Bestrafung), werden die Leute mit Sicherheit schnell lernen, dass da einer steht und sich an die Geschwindigkeit halten. Sobald der Blitzer weg ist, nicht mehr :-( , d.h. sie “verlernen” auch schnell wieder.

Dann gibt es noch die Intervallbestrafung, bei der man nach einem bestimmten Zeitintervall verstärkt wird. Hier kann man zwischen fixierten und variablen Bestrafungsplänen unterscheiden: es wird jeden 3. Tag geblitzt vs. durchschnittlich jeder 3. Tag.

Vorteil des letzteren ist, dass hier die Löschungsresistenz am größten ist. Also: weil der Autofahrer gelernt hat, dass regelmäßig etwas passiert aber es nicht genau vorhersehbar ist, wann, führe er stets langsam durch die Baustelle.

Anderes Beispiel: die erste Ampel in Darmstadt. Da steht festinstalliert ein Blitzer und man weiß halt nie so genau, ob er gerade an ist oder nicht. D.h. bei der Ampel denke ich gar nicht erst darüber nach, ob man die Ampel bei gelb noch “schnell” kriegen kann, sondern bremse ganz brav.

Das ist natürlich noch nicht zu Ende gedacht, man muss dann noch die Zeitintervalle vergrößern usw. usw., und mit Sicherheit würde es noch wirksamer, wenn die Bestrafung richtig treffen würde (z.B. man muss für zu schnelles Fahren an einer zentralen Stelle vorsprechen und sich persönlich entschuldigen, was mit ganz vielen Behördengängen mit ewigen Wartezeiten verbunden wäre oder so) …

… Ich warte auf weitere Vorschläge und Ideen …


One Response to “Richtig Blitzen”

  1. Arne Says:

    In Singapur haben sie als Strafe für vielerlei Vergehen “gute Erfahrungen” mit Stockhieben auf die Fußsohlen gemacht.Vielleicht wäre das… äh, nein, dann doch lieber Punkte in Flensburg.


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