Suizid
In letzter Zeit hatten wir mehrmals das Thema “Suizid” in unseren Diskussionen. Im ganz entfernten Bekanntenkreis gab es z.B. jemanden, der schon seit vielen Jahren an Schizophrenie erkrankt war und dem man auch mit Medikamenten nicht mehr helfen konnte. Entsprechend unaushaltbar waren wahrscheinlich Wahn und Halluzinationen. Zu seiner “Erlösung” hat sich die Person dann aus dem 5. Stock geworfen. Mich machen solche Geschichten sehr betroffen.
Mir fiel dann wieder ein, dass ich in der Psychiatrievorlesung auch von Suizidversuchen gehört hatte, die aber eher als Hilferuf der Personen zu interpretieren sind – weil z.B. Medikamente genommen werden, aber in einer Situation, in der klar ist, dass man gefunden würde. Inzwischen habe ich auch den Fachbegriff wiedergefunden: Parasuizid.
Ich erinnere mich auch an Diskussionen, ob Suizid eine Lösung sei oder nicht. Mein Prof hat uns damals sehr deutlich gemacht, dass Suizid für die Betroffenen sehr wohl eine Lösung darstellt (s.o.) und dass man in diesem Punkt nicht mit ihnen diskutieren sollte.
Was ich bei der Durchsicht des Wikipedia-Artikels noch gelernt habe: wenn dem eigenen Suizid die Tötung Dritter voraus geht (z.B. der Kinder), spricht man von “erweitertem Suizid”.
Und: statt Suizid werden auch die Begriffe Selbstmord und Freitod verwendet. Sie sind aber längst nicht so neutral, Selbstmord hat eine tabuisierende Wertung und Freitod eine heroisierende.
Natürlich gibt es auch wieder bekannte Personen, die den Suizidenten zugezählt werden, z.B. Kleopatra, Nero, Karoline von Günderrode, Kleist, van Gogh, Virgina Woolf, Goebbels, Hitler u.v.m.
September 4th, 2007 at 11:40 am
[...] einiger Zeit hatte ich etwas zum Thema Suizid geschrieben. Damit bin ich nun wieder in Verbindung gekommen, als ich das Buch “Seele in Not. [...]