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Promotionserfolg – was ist das überhaupt?

Momentan beschäftige ich mit der Frage, wie man Promotionserfolg definieren kann – oder ob überhaupt.

Mein aktueller Stand ist:

(1) Als Minimalanforderung könnte man eine bestandene vs. eine nicht bestandene oder abgebrochene Promotion nehmen. Problem: in einem Jahr promovieren über 20.000 Menschen in Deutschland, ganze 6 haben im Jahr 2004 ihr Rigorosum oder ihre Disputation nicht bestanden. Verschwindend gering. Und die Zahl derer, die schon vorher abbrechen – die kennt man einfach nicht. Es wird sich also schwierig gestalten, hier an die Vergleichsgruppe heranzukommen.

(2) Von der Politik (z.B. dem Wissenschaftsrat) wird ungefähr das gefordert: sehr gute Promotion nach kurzer Zeit (3-4 Jahren) in jungem Alter. Das klingt erst mal nach einer wüsten Forderung, woher nehmen sie sich das Recht usw.? Was dafür spricht: Schulerfolg wird auch mit der Note gemessen, Lernerfolg ebenso, manchmal auch mit verwendeter Lernzeit usw. Was mich noch mehr überzeugt hat, kommt aus der Berufserfolgsforschung. Dette und Kollegen (2004) haben dieses Konstrukt bzw. dessen Operationalisierung ausführlich auseinander klamüsert. Die oben genannten Kriterien für den Promotionserfolg fallen unter “neutrale Kennzahlen“. Allerdings wird auch deutlich, dass dies allein nicht ausreicht. Andere Datenarten sind der Vergleich mit Bezugstandards (gesetzten Zielen, ähnliche andere Personen, Normen der Gesellschaft) und Zufriedenheit. Was dagegen spricht: sieht man sich die Statistiken an, kann bei der Promotionsnote nicht von einer Normalverteilung die Rede sein. Die Dauer kann nur im Selbstbericht erhoben werden, fallen dann Themenwechsel usw. mit rein oder nicht? Und das Promotionsalter? Ist das nicht ein Kriterium, dass v.a. relevant ist für jemanden, der in die Wissenschaft will?

Ich bin überzeugt, dass für jeden einzelnen Promovend sowohl ein Vergleich mit einem Bezugstandard (welches Ziel habe ich mir z.B. gesetzt) als auch Zufriedenheit (z.B. mit dem Inhalt, den ich da in meiner Diss fabriziere) eine große Rolle spielt. Ich frage mich nur, ob sich das fächer- und promotionsartübergreifend vereinbaren lässt … so dass am Ende eine einheitliche Definition entstehen kann …


One Response to “Promotionserfolg – was ist das überhaupt?”

  1. Arne Says:

    Ich finde es gut, dass sich jemand mit dieser Thematik beschäftigt. Aber viel Spaß beim Definieren, das wird nicht einfach.
    Schon die Dauer der Promotion ist so eine Sache – ganz unterschiedlich von Fachbereich zu Fachbereich. Soll ein Informatiker, der 6 Jahre promoviert hat (weil er im Wesentlichen Lehre gemacht hat und die Diss in seiner Freizeit) erfolgloser gewesen sein, als ein Materialwissenschaftler, der seine Promotion in 3 Jahren durchziehen konnte, auch weil er die meiste Zeit an seinem Promotionsthema arbeiten konnte? Hier ist doch der Vergleich zu anderen Promotionen im Fachbereich wichtig.
    Bleib am besten bei der Note – alles andere ist viel zu kompliziert, besonders wenn Du anfängst, die Promovierenden nach ihrer Zufiredenheit zu fragen… ;-)


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