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Die Kunst des wissenschaftlichen Präsentierens und Publizierens

Im Rahmen unseres Weiterbildungsprogramms für unsere Doktoranden hatten wir einen Herrn von Springer-Verlag (Claus Ascheron) eingeladen, der etwas zum Thema “Scientific Publishing” und “Scientific Presentation” erzählt hat. Er hat auch ein Buch dazu geschrieben,  aus dem ich etwas zum Thema “Die Kunst, Fragen zu stellen” (S. 117f) zitieren möchte. Der ein oder andere mag das sicherlich auch wieder erkennen:

  • Examinierende Frage: wenn ein Teilnehmer überzeugt ist, mehr als der Vortragende zu wissen –> er will sich selbst dann höher stufen und den Vortragenden herabstufen
  • Skeptizistische Frage: Technik, die von älteren, profilierten Kollegen angewendet, wenn dem Jüngeren der Erfolg nicht gegönnt wird, indem die Ergebnisse oder Schlussfolgerungen in Zweifel gezogen werden (Methode funktioniert nur von oben nach unten, versucht das ein junger Wissenschaftler, zeigt das die “wissenschaftliche Beschränktheit” an)
  • Absichtliches Missverständnis: der Frager will sich in Szene setzen
  • Methode der modifizierten Rahmenbedingungen: kann man anwenden, auch wenn man nix verstanden hat, indem man ein Detail verändert: Und wie sieht das dann bei 600°C aus?
  • Methode der Abweichung: die Diskussion wird vom Fragenden auf ein Detail im Randgebiet des Vortrags gelenkt, auf dem er sich bestens auskennt und hakt dort fest um zu demonstrieren, dass er viel mehr weiß
  • Vorbereitete Fragen: um wirklich eine Frage stellen zu können, überlegen sich die Personen im Vorfeld anhand des Abstracts eine Frage
  • Dumme Frage: hier müssen alle Alarmglocken schrillen; diese Art von Fragen werden in der Regel von Kollegen gestellt, die auf dem betreffenden Gebiet nicht zu Hause sind, aber insgesamt einen guten Überblick haben und tiefsinnig denken. Es könnte gut möglich sein, dass der Kollege einen Schwachpunkt aufgespürt hat: derartige Fragen sind in der Regel alles andere als dumm.

2 Responses to “Die Kunst des wissenschaftlichen Präsentierens und Publizierens”

  1. Chris Says:

    Vielleicht ist es (zumindest für die nicht-Wissenschaftler) erwähnenswert, dass der Springer-Verlag weder verwandt noch verschwägert ist mit Axel Springer.

  2. Arne Says:

    Oh ja, da erkennt man so einiges wieder! Besonders die Rahmenbedingungsmethode ist ständig im Einsatz. Wie oft ich schon jemanden habe fragen hören: “Haben Sie das schon mal temperaturabhängig gemessen?”


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