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Abstinenz

Nein, mein erster Blogeintrag hat nichts mit meinen guten Vorsätzen für das neue Jahr zu tun, sondern es geht um die sog. Abstinenzregel, ein Fachbegriff der Psychoanalyse. Und nein, es handelt sich hier auch nicht um ein Regelwerk, das sich mit dem Rauschmittelkonsum des Psychoanalytikers während der Behandlung befasst. Sicher auch ein interessantes Thema. Die Abstinenzregel fordert eine neutral-distanzierte Haltung des Analytikers gegenüber dem Patienten, insbesondere sollte sich der Analytiker zunächst einmal jeder persönlichen Kommunikation (nach dem Motto: “Ach, Ihre Frau ist auch mit dem Fitnesstrainer durchgebrannt?!”) enthalten. Da ich mich in der Ausbildung zur Psychoanalytikerin befinde, hat mir die Abstinenzregel bei meiner Entscheidung, ein persönliches Weblog zu führen, einige Kopfschmerzen bereitet. Die Lösung: Ich werde ein anonymisiertes Weblog führen. Also, hier bin ich…


14 Responses to “Abstinenz”

  1. Chris Says:

    Willkommen beim Bloggen :-)

  2. Arne Says:

    Öhm, Moment, es geht bei der Regel doch um die Abstinenz von persönlicher Kommunikation mit dem Patienten, aber hier in diesem Blog kommunizierst Du doch mit uns Lesern… – oh. Ach so.

  3. Arne Says:

    Aber Spaß beiseite…
    Psychoanalyse: Wird die inzwischen von der Mehrheit der Psychologen nicht eher als Pseudowissenschaft betrachtet?

  4. Jana Says:

    Und was ist mit: “Stehen Sie mal auf und berichten Sie mir laut und deutlich von Ihren sexuellen Erlebnissen“? Fällt das auch flach wegen der Abstinenzregel?

  5. Jana Says:

    Arne, dass Du Deine Arbeit nicht aufschiebst, kannst Du mir nicht erzählen! Du bist hier schließlich der eifrigste Kommentator! Nicht, dass sich das ändern soll, aber ich wedel noch mal mit dem Artikel Prokrasitination :-D

  6. Chris Says:

    @Arne: Nee, das ist eine Kunst :-D

  7. Nicole Says:

    Arne, ja, leider gibt es solche Zeitgenossen – aber wie das halt in der Wissenschaft so ist, es gibt Trends und Tendenzen. Und wie es scheint, hat das Freud-Bashing langsam ein Ende (siehe z.B. die Spiegel Titelstory vom 18.4.05 “Die Natur der Seele – Hatte Freud doch recht?”)

  8. Arne Says:

    Jeh nun, nu ist der Spiegel ja nicht unbedingt eine wissenschaftliche Instanz.
    Ich frag ja nur als interessierter Laie und habe selber keinen wirklichen Überblick über die Sache (also was Psychologie betrifft, nicht Wissenschaft im Allgemeinen).
    Wie ist es denn mit der psychologischen wissenschaftlichen Gemeinschaft, was ist da der mehrheitliche Konsens (falls es einen gibt)? Sind es wirklich nur ein paar “solche Zeitgenossen”, die nix oder zumindest nicht viel von Psychoanalyse halten, oder sind es eher nur ein paar Psychologen, die überhaupt noch was davon halten?
    Was hältst Du Kritikern entgegen, die die Psychoanalyse für eine nicht-falsifizierbare und somit unwissenschaftliche Theorie halten?

  9. Nicole Says:

    @ Arne: Ich würde Dir gerne spontan eine Antwort geben, aber ich muss mich leider erst in die umfangreichen Publikationen zum Thema “Vorurteile” und “Massenpsychologie” einlesen. Sobald ich die Literatur durch habe, antworte ich Dir, versprochen.

  10. Chris Says:

    @Arne: Nicht-wissenschaftlich, sondern historisch kann man die Arbeit Freuds auf jeden Fall insofern als wichtig und gut bewerten, als er als erster die Psyche des Menschen als etwas das krank werden und behandelt werden kann erkannt hat. Ob er mit seiner Art der Untersuchung, Behandlung und seiner Rückschlüsse richtig lag kann ich genauswenig beurteilen wie Du…

  11. Arne Says:

    @Nicole: Ich habe ja irgendwie den Eindruck, dass Du meine beiden Fragen gar nicht beantworten wolltest, sondern mir mit den Stichwörtern “Voruteile” und “Massenpsychologie” was anderes zu verstehen geben möchtest. ;-)
    Ich hatte mich eigentlich wirklich als nicht tiefgehend Informierte aber Interessierte Person dafür interessiert, wie denn so die Auffassung(en) unter den Profis dazu ist(/sind), und da drüber weißt Du ja auch ohne zusätzliche Lektüre schon unglaublich viel mehr als ich.
    Ich sag hier jetzt besser nichts mehr dazu. Aber falls Du Lust hast, können wir die Thematik ja in geeigneterer Form (im Gespräch) bei anderer Gelegenheit (z.B. bei Marias Party?) nochmal aufgreifen; falls Du denn Lust dazu hast, mir als querulanten psychologischem Laien mehr über die Psychoanalyse zu vermitteln.

  12. Arne Says:

    @Chris: Wenn er damit der erste war… sowieso “Hut ab”! Aber seine Erkenntnis, dass die Psyche des Menschen krank werden kann und behandelbar ist, hat ja (fast) nichts mit der heutigen Einstufung seiner Psychoanalyse zu tun.

  13. Nicole Says:

    @ Arne: Können wir gerne machen. Aber nur bei Verstoß gegen die Abstinenzregel und diesmal meine ich die andere… ;-)

  14. Chris Says:

    @Arne, das stimmt es hat nicht viel mit einander zu tun. Aber bis zu Freud (und ich glaube zu der Zeit auch ein paar andere) hat man “Verrückte” einfach nur eingesperrt. Und die Tatsache, dass man versucht sie zu heilen ist zu dem Zeitpunkt (bei uns) neu gewesen und insofern hat er eben einen wichtigen Anstoß gegeben.


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